Am 17. März 2026 fand die Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative Gegenwind statt. Nach Totenehrung sowie Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit stellte die Vorsitzende Dr. Anita Schmidt-Jochheim anhand einer Präsentation die Arbeit des Jahres 2025 vor. Ein sehr großer Anteil der Termine entfiel auf die Teilnahme an Veranstaltungen zum Thema Teilflächennutzungsplan Windenergie.
Dagmar Koch berichtete über den aktuellen Stand bei den Stromtrassen: Die 380 kV-Höchstspannungs-Wechselstromtrasse Wahle–Mecklar ist in Betrieb. Die ersten Bauarbeiten zur Höchstspannungs-Gleichstromtrasse SuedLink haben bereits im September 2025 begonnen. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant.
Anschließend erklärte die Vorsitzende den momentanen Stand des Planungsablaufes der Stadt bzgl. Windkraft im Stadtgebiet sowie die damit verbundene Einholung fachjuristischer Beratung der BI, um das im Dezember 2025 eingereichte Einwandschreiben rechtssicher abzugeben. Beigefügt war ein aktuelles Gutachten zur Rotmilankartierung 2025 in unseren Ortsteilen, das die Bürgerinitiative beauftragt hatte.

Warum ist die Kartierung von Greifvögeln so wichtig und aufwendig? Dipl.-Biologin und Kartiererin Frau Görlich zeigte mit einer Präsentation anschaulich, wie zeit- und damit kostenaufwendig eine korrekte und gerichtssichere Kartierung abläuft. Sie stellte die aktuelle Rechtslage und die Methoden zur Erfassung von Rotmilanbruten vor, dazu gehören Revierkartierung, Raumnutzungsanalyse und Kartierung von Brutplätzen. Anhand eines Beispiels erklärte sie den Ablauf in der Praxis und verdeutlichte die Wichtigkeit einer solchen Maßnahme. Damit ein Rotmilanpaar wieder seinen früheren Horst aufsucht oder einen neuen baut, spielen Wetter, Lichtverhältnisse, Waldstruktur und Nahrungsangebot eine Rolle. Wenn es zur Brut kommt, können Konkurrenten wie andere Greifvögel oder Beutejäger bis hin zum Waschbären, aber auch Störungen durch menschliche Aktivitäten zum Verlust oder zur Aufgabe der Brut führen. Deutlich führte sie dem Publikum vor Augen, wie sensibel die Umweltbedingungen sein müssen, damit eine Rotmilanbrut gelingt und welche wichtige Rolle Südniedersachsen für den Erhalt dieser Art hat.
Anschließend erläuterte Susanne Gevert-Seidemann den Anwesenden die Problematik der ungleichmäßigen Energieerzeugung und des tageszeitlich schwankenden Energiebedarfs. Durch die noch lange fehlenden Netz- und Speicherkapazitäten entstehen hohe Ausgleichskosten, zusätzlich verteuern Umlagen, Steuern und Subventionen den Strom. Weiter ging sie auf die Akzeptanzabgabe für betroffene Ortsteile ein. Die Stadt und alle Gemeinden im Landkreis, die sich im Umkreis von 2,5 km um eine Windkraftanlage befinden, sollen ca. 30.000 Euro pro Anlage und Jahr erhalten. Vom Anteil für die Stadt behält diese 50%, die betroffenen Ortsteile bekommen evtl. anteilig die restlichen 50%, falls der Finanzausschuss zustimmt. Es existiert hierfür keine verbindliche Rechtsgrundlage. Der Feststellungsbeschluss für die Windradflächenplanung ist für die Jahresmitte 2026 geplant.
Robert Seidemann zeigte auf, welche Auswirkungen durch Schattenwurf zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten je nach Sonnenstand für unsere Ortsteile zu erwarten sind, wenn im Westen Windkraftanlagen gebaut werden.
Finanzbericht und Rechnungsprüfungsbericht verliefen ohne Beanstandungen, der Vorstand wurde auf Antrag der Kassenprüferin Cornelia Marahrens entlastet. Bei der Wahl des Vorstandes ergaben sich keine Änderungen, Cornelia Marahrens wurde einstimmig erneut zur Rechnungsprüferin gewählt.
Mit einem herzlichen Dank an den Sportverein für die Nutzung des Sporthauses, an das gesamte Vorstandsteam für die engagierte Arbeit und an die Mitglieder für ihre Unterstützung beendete die Vorsitzende die Jahreshauptversammlung.