März 2017: Der Rotmilan ist zurück

Diese Bilder stammen aus dem Februar 2015. Aber gesichtet haben wir den Rotmilan auch schon im März 2017.

Bitte weiter Meldungen eingeben und melden, auch wenn der Anblick bei uns eher alltäglich ist!

Greifvögel und Windkraft - Juni 2013

Forschungsverbund unter Leitung des NABU veröffentlicht neue Studie 

Greifvögel gehören weltweit zu den häufigsten Opfern von Windkraftanlagen

In Deutschland sind es unter anderem Rotmilane, Wiesenweihen und Seeadler, die in den Rotoren verunglücken. Vorkommen dieser Arten sind deshalb oft Ablehnungsgründe für Windparkstandorte und verursachen regelmäßig gerichtliche Auseinandersetzungen. Die vom Bundesumweltministerium finanzierte Studie des Michael-Otto-Instituts im NABU, der BioConsult SH und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung sowie weiterer Partner analysiert die Umstände, unter denen Greifvögel an Windrädern ums Leben kommen und soll so zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen. 

„Greifvögel verunglücken an Windkraftanlagen tagsüber und bei bester Sicht; sie scheinen die Risiken zu unterschätzen“ berichtet Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. In Deutschland besonders problematisch sind die Verluste von Rotmilanen, da der größte Teil des globalen Bestandes (weltweit etwas über 20.000 Paare) dieser sehr seltenen Art in unserem Land brütet.

Kern des Projektes war das genaue Studium des Verhaltens von Greifvögeln in Bezug auf Windkraftanlagen. Dazu wurden Rotmilane (vom Projektpartner Ökotop in Halle/S.), Wiesenweihen (vom Projektpartner BioConsult SH) und Seeadler (vom Projektpartner Institut für Zoo- und Wildtierforschung) mit kleinen Sendern versehen, die eine genaue Verfolgung der Tiere im Freiland ermöglichten. Alle Arten besaßen Streifgebiete von vielen Quadratkilometern. Ihre Flugrouten wurden oft durch besonders attraktive Nahrungsquellen bestimmt und führten regelmäßig quer durch Windparks. Besonders bei Rotmilanen und Wiesenweihen war jedoch eine Konzentration der Aktivitäten im Horstbereich festzustellen. Modellrechnungen legen nahe, dass das Kollisionsrisiko bei Rotmilanen in einem Bereich bis 1.250 Meter um den Horst besonders hoch ist.

Weitere Themen der Studie, an der sich außer den genannten Institutionen noch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, die Staatliche Vogelschutzwarte im Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg sowie der Förderverein für Ökologie und Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten beteiligten, waren mögliche Verdrängungen von Greifvögeln durch Windkraftanlagen, der Einfluss von Gittermasten auf das Kollisionsrisiko und die Klärung der Fundumstände toter Greifvögel in der Nähe von Windkraftanlagen. 

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass für den Schutz der Greifvögel innerhalb oder in der Nähe von Windparks keine besonderen Anziehungspunkte für diese Vögel geschaffen werden sollten. Dazu zählen Mist- und Komposthaufen und Brachen an den Mastfüßen. Auch die Anlage frühzeitig zu mähender Kulturen wie etwa Grünroggen sollte im Bereich von Windparks vermieden werden. Entscheidender Faktor bleibt allerdings der Standort: Windparks sollten in einen ausreichend großen Abstand von Rotmilanhorsten und nicht innerhalb von Schwerpunkträumen von Wiesenweihen und Seeadlern angelegt werden. 

Die Studie zum Download unter: http://www.nabu.de/downloads/Endbericht-Greifvogelprojekt.pdf.

Rotmilane sind wieder da! - März 2014

So viele Meldungen über die Sichtungen von Rotmilanen hatten wir noch nie. Der Rotmilan ist jetzt fast täglich bei uns zu sehen.Sowohl über Hetjershausen, dem Hasenwinkel und Winterberg als auch über Groß Ellershausen und den angrenzenden Feldern sind die Rotmilane sehr deutlich zu sehen. Bei Wanderungen durch die noch unbegrünten Wälder kann man an einigen Stellen Horste entdecken. Eins steht fest, unsere Region steht in der Gunst der Rotmilane ganz weit oben.

Vogelschutzgebiet für Rotmilane

Unsere Orte werden von den Waldgebieten umgeben, in denen alljährlich zahlreiche Rotmilane brüten. Die letzte Kartierung weist ein Dutzend Paare um uns herum aus. Die Vögel brüten in den Wäldern und kreisen und jagen auf dem offenen Feld. Der Rotmilan ist ein typischer Offenlandvogel, der vor allem in Bereichen jagt, die sich durch eine Mischung aus Waldstreifen mit Busch und Totholz und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Hier finden die Vögel reichlich Beute in Form von Kleinsäugern, Kaninchen, Hasen sowie allen Arten von Vögeln, Reptilien, Insekten und Regenwürmern. Wir sehen die Rotmilane den ganzen Sommer über den Äckern kreisen. Das zur Diskussion stehende Gebiet zwischen Wald und unseren Orten ist sehr wildreich, allein das Elstal weist einen hohen Wildbestand aus. Der Vogel legt bei seiner Jagd in der Regel bis zu 6 km von seinem Brut- und Schlafplatz aus zurück. Wenn man die Brutplätze um uns herum ansieht, genügt schon ein Flug von 2 bis 3 km vom Nest aus, damit die Tiere in den fast ½ km breiten Korridor der Windradflügel geraten. Unter solchen Gegebenheiten ist es nicht möglich an diesem Standort dem Artenschutz gerecht zu werden.

Es gibt bereits einige Gerichtsurteile bei denen der Bau von Windkraftanlagen abgelehnt wurde, weil Rotmilane in dem Gebiet lebten und ihre Nahrung suchten.  

VG Stuttgart 03.05.2005, 13K5609/03
Ablehnungsgrund: attraktives Nahrungsgebiet

OVG Rheinland-Pfalz, Koblenz 02.02.2006, 1A11312/04.OVG
Ablehnungsgrund: Zugkorridor von Vögeln sowie Rotmilanvorkommen

OVG Rheinland-Pfalz, Koblenz 16.03.2006, 1A10884/05.OVG
Ablehnungsgrund: drei Rotmilanhorste und attraktives Nahrungsgebiet

VG Gera 29.05.2007, 4K809/01.GE
Ablehnungsgrund: zwei Brutplätze; "Die Erhaltung des Bestandes dieser besonders schutzwürdigen Vogelart in Deutschland erlangt vor dem Hintergrund des Erhalts des weltweiten Bestandes entsprechende internationale Bedeutung."

BVerwG 19.08.2009, BVerwG 7B18.09
Ablehnungsgrund: Europäisches Vogelschutzgebiet; Ziel: Erhaltung und Entwicklung als Rast- und Durchzugsgebiet des Rotmilans

 Rotmilanschutzzonen

Rotmilanforschung im Unteren Eichsfeld

Vier Jahre Rotmilanforschung im Unteren Eichsfeld - Ergebnisse und Perspektiven
Vortrag von Nicole Wasmund (Dipl. Biologin) am Do, 14. März, 19:30 – 21:00,
Bürgerstr. 50, 37073 Göttingen (Hörsaal Naturschutzbiologie)
eine öffentliche Veranstaltung der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e.V.

Die mehrjährige Studie bezog sich auf die östlich von Göttingen und bis hin zum Seeburger See brütenden und jagenden Rotmilanpaare . Dabei wurden 9 Nester mit Kameras detailliert erforscht und die Nahrungsaufnahme analysiert.

Die gewonnenen Erkenntnisse im Hinblick auf Schutzstrategien können auch auf die westliche Seite des Leinetals übertragen werden.  Dazu gehört der Schutz gegen Nesträuber wie Waschbären, der sich durch Folien am Baumstamm einfach realisieren lässt. Wichtig ist eine Verbesserung des Habitats, was durch eine gute Durchmischung von Grünland, Baumbestand und Freiflächen erreicht werden kann. Dies stellt ein ausreichendes Angebot an Kleinsäugern bis hin zu Junghasen sicher sowie Vögel, die ebenfalls auf dem Speiseplan stehen.

Informieren Sie sich hier über das Rotmilanprojekt der Universität Göttingen, Abteilung  Naturschutzbiologie, und der Biologischen Schutzgemeinschaft zu Göttingen e.V.in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landschaftspflegeverband Göttingen und der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsen.