Was ist geplant?

SuedLink besteht aus den beiden Gleichstrom-Verbindungen Wilster - Grafenrheinfeld (Bayern) und Brunsbüttel - Großgartach (Baden-Württemberg). Die beiden Strecken werden von den Netzbetreibern TenneT TSO GmbH und TransnetBW GmbH zeitgleich geplant und über möglichst weite Strecken parallel (in einer Stammstrecke) verlegt. Das ca. 700 km lange Vorhaben dient ausschließlich dem Stromtransport von Norden nach Süden und umgekehrt. In Wilster befindet sich außerdem der Netzverknüpfungspunkt mit dem Projekt NordLink. Die beiden Verbindungen von SuedLink sollen jeweils eine Übertragungskapazität von 2 Gigawatt haben, insgesamt also 4 Gigawatt. Dies entspricht etwa der Leistung von 4 Atomkraftwerken.

Anders als beispielsweise Wahle - Mecklar wird SuedLink als Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) realisiert. Diese Technologie ist besonders für weite Entfernungen geeignet, da beim Stromtransport geringere Übertragungsverluste als bei vergleichbaren Wechselstromleitungen entstehen. Aufgrund der Änderungen des Bundesbedarfsplangesetzes im Dezember 2015 besteht für Gleichstromprojekte ein Vorrang für Erdkabel. Deshalb wird SuedLink grundsätzlich unterirdisch als Kabel verlegt. Ausnahmen bilden lediglich die Anbindungen der Konverterstationen an den Endpunkten der Strecke an das jeweilige Umspannwerk. Die Konverterstationen wandeln den Wechselstrom in Gleichstrom und umgekehrt um, damit der Strom in das Wechselstromnetz eingespeist werden kann. Die Anbindungen müssen laut Gesetz grundsätzlich als Freileitung realisiert werden.

Die üblicherweise eingesetzten HGÜ-Erdkabel besitzen eine Spannung von 320 kV. Um die geplante Übertragungskapazität von 2 Gigawatt zu erreichen, sind für jede Leitungsverbindung zwei Kabelpaare erforderlich. Handelt es sich um eine Stammstrecke, wie im Stadtbereich Göttingen geplant, werden vier Kabelpaare benötigt.
Z. Zt. werden auch 525 kV-Kabel getestet. Bei Anwendung dieser Kabel wären auf einer Stammstrecke zwei Kabelpaare notwendig. Die Verlegung der Kabelpaare erfolgt in offenen Gräben mit einer Tiefe von mindestens 1,30 m. Die Grabensohle ist ca. 1 m breit. Die in einem Graben verlegten Kabel haben einen Abstand von etwa 0,5 m. Der Abstand zwischen den Gräben beträgt 5 - 8 m.

regelprofil suedlink

Bildquelle: Tennet, Transnet BW 

Während der Bauzeit ist neben den Kabelgräben Platz für Baufahrzeuge und Erdaushub erforderlich, so dass eine Fläche von ca. 30 - 50 m Breite für die Stammstrecke benötigt wird. Der Grabenaushub beginnt mit der Errichtung einer temporären Baustraße. Anschließend wird der Mutterboden abgetragen und der Graben für die Erdkabel ausgehoben. Mutterboden und Unterboden werden getrennt gelagert. Die Kabel werden in Längen von ca. 1.000 m von Spezialtransportern direkt an die Baustelle geliefert. Nach dem Kabeleinzug werden die Kabelenden durch Muffen miteinander verbunden. Dies geschieht in einem Muffencontainer, der nach Fertigstellung wieder abgebaut wird. Die fertigen Muffen und das gesamte Kabel liegen in einem Sandbett. Bei der Rückverfüllung des Unter- und Mutterbodens werden zusätzliche Schutzplatten und Warnbänder mitverlegt.

Muffen

 

Muffen
Die einzelnen Erdkabelabschnitte werden durch Muffen miteinander verbunden. Dies passiert in einem staubfreien, klimatisierten Container, der im Anschluss entfernt wird.
Bildquelle: Tennet, Transnet BW

 

 

 

Nach Abschluss der Bauarbeiten beginnen die Rekultivierungsarbeiten. Im Anschluss kann die Fläche generell wieder landwirtschaftlich genutzt oder begrünt werden. Der Schutzstreifen mit einer Breite von 21 - 30 m bei der Stammstrecke muss allerdings dauerhaft von tiefwurzelnden Gehölzen und Bebauung freigehalten werden.
Direkt am Kabel treten Temperaturen bis zu 50° C auf.


Für die Konverterstationen werden Flächen von 230 m x 300 m, also etwa 7 ha, benötigt. Auf einem Viertel der Fläche werden jeweils zwei ca. 20 m hohe Konverterhallen errichtet, eine Halle für den Plus- und die andere für den Minuspol der Gleichstromverbindung. Auf dem Konvertergelände befinden sich neben den Hallen außerdem weitere technische Anlagen wie Transformatoren, Lüftungsanlagen und Kühlaggregate.