Zusammenfassung

Hintergrund:
Das pathogene Potenzial von Infraschall aus technischen Quellen wird in der Öffentlichkeit und Politik erheblich unterschätzt. Die häufigsten Emittenten sind Windenergieanlagen, deren rascher Ausbau eine zunehmende Zahl von Anwohnern mit Druckimpulsen großer Reichweite konfrontiert.

Methoden:
Es werden Forschungsergebnisse mit Bezug zu kausalen Wirkmechanismen von lnfraschall zusammengestellt und nach Hinweisen auf gesundheitliche Beeinträchtigung untersucht.

Ergebnisse: Infraschall wird als Stressor empfunden und mit Anpassungs und Abwehrreaktionen beantwortet. Angriffspunkte für toxische Wirkungen sind erkennbar a) auf zellulärer Ebene, wobei Membranprozesse besonders empfindlich reagieren. Dies führt zu Störungen der Mikrozirkulation, der Muskelkontraktion und beim neuronalen Signaltransfer. b) lm Herz-Kreislauf-System bewirken die unter a) genannten Effekte eine verminderte Effizienz des Herzmuskels, gepaart mit zentral ausgelöster Bradykardie, Hyperton ie und vermi ndertem Herz-Zeit-Vol umen. c) Die Signalrezeptoren des Gleichgewichtssystems empfangen Infraschall als Störsignal und lösen ein Kinetose-ähnliches Krankheitsbild aus. d) lm Gehirn erfolgt die Perzeption von lnfraschall unbewusst in Arealen, die an der Kontrolle autonomer Funktionen (u.a- Atemfrequenz und Blutdruck) und an der emotionalen Kontrolle beteiligt sind.

Schlussfolgerungen:
Die heute verfügbaren Erkenntnisse begründen ein wesentliches Gesundheitsrisiko für Infraschall-exponierte Personen. Staatlich veranlasste Studien an Windenergieanlagen lassen die steilen Druckimpulse der realen Emissionen bjsher außer Acht. Erforderlich sind ausreichende Sicherheitsabstände und weitere Forschung zur Etablierung von Dosis(Energie)-Wirkungs Kurven für die Leitsymptome.

Aus: ASU Arbeitsmed Sozialned Umweltnted 2021: 56: 420 430

Die komplette Studie finden Sie hier:

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