Für die Einordnung und Bewertung von Schall als Lärm hat sich in Deutschland das dB(A) für den Schalldruckpegel durchgesetzt. (Das A steht für den Frequenzfilter. Es gibt A, B, C und D. Welcher Filter verwendet wird, hängt vom Pegel des Gesamtgeräuschs ab.) Die hier geplanten Windkraftanlagen erzeugen Lärm von 35 dB(A) bis mindestens 45 dB(A). Bereits bei 45 dB(A) ist eine entspannte Konversation erschwert. Nächtlicher Lärm führt bereits unter 45 dB(A) zu Gesundheitsgefährdungen.

Akute Lärmschäden sind durch Lärm in diesen Bereichen unwahrscheinlich. Das bedeutet aber nicht, dass Gesundheitsgefährdungen ausgeschlossen sind. Im Gegenteil. Es ist in der Medizin bekannt, dass chronische Krankheiten nach dem Dosis-Wirkungsprinzip (Dosis im Körper ist das Produkt aus Intensität mal Wirkungsdauer) auch durch unterschwellige Stressoren entstehen können. Die Dosis macht das Gift.

Multipler Stress

Dauerlärm wirkt sich auf viele Ebenen aus. Ausgangspunkt der Beschwerden ist Stress, denn Lärmbelastung versetzt den Körper in einen Alarmzustand – umso schlimmer sind die Effekte, wenn der Lärmstress zum ständigen Begleiter wird.

Überblick über die breite Palette des Krankmachers Lärm:

  • Vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol
  • Dauerhafte Aktivierung der Stressachsen
  • Änderung der Gehirnströme
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Blutfettwerte (vor allem LDL-Cholesterin und Triglyceride)
  • Nervosität
  • Tinnitus
  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und andere Herzerkrankungen
  • Beeinträchtigung der Schlafqualität
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Nervöse Magenbeschwerden, Magengeschwür, Gastritis
  • Konzentrationsstörungen
  • Leistungsabfall
  • Mentale Einschränkungen

Gestörte Nachtruhe

Schallpegel von 40 dB(A) – 45 dB(A) verändern die Schlafphasen und mindern die Qualität der Nachtruhe.

Eine Studie des Forschungsverbunds Lärm und Gesundheit, Berliner Zentrum für Public Health, belegt, wie sehr Lärm, besonders in den Nachtstunden, die Gesundheit beeinträchtigt: Lärmbedingte Schlafstörungen stellen für ansonsten gesunde Erwachsene zwischen 18 und 59 Jahren einen enormen Risikofaktor dar. Sie erhöhen das Risiko für Bluthochdruck um 49%, für Migräne um 56%, für Allergien um 46% und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 45%.