Am 9. März 2020 fand die achte ordentliche Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative Gegenwind statt.

Nach der Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit stellte die Vereinsvorsitzende Dr. Anita Schmidt-Jochheim vor, an welchen Sitzungen, Informationsveranstaltungen, Arbeitsgruppen sowie Treffen die Vorstandsmitglieder im vergangenen Jahr 2019 teilgenommen haben. Ein sehr großer Anteil entfiel auf die Informationsveranstaltungen und alles Engagement rund um das Thema SuedLink. Projekte der Bürgerinitiative darüber hinaus waren die Unterstützung der Hausaufgabenbetreuung für die Schulkinder der Mittelbergschule, Reparatur und Herstellung von Insektenhotels, das Anlegen und Betreuen der Blühwiese und der Verkehrsinsel, die Gestaltung einer Schulstunde, die Betreuung der Falkennistkästen in Knutbühren und ein Wandertag im September 2019 zusammen mit dem VHV Hetjershausen.

Dagmar Koch berichtete anschließend ausführlich über den Stand der Dinge bei den Stromtrassen:
Bei der 380 kV-Höchstspannungsstromtrasse Wahle-Mecklar ist im Dezember 2019 der Planfeststellungsbeschluss erfolgt. Die Bestandskraft des Beschlusses bleibt abzuwarten.

Gleichstromverbindung SuedLink: die vielen Veranstaltungen rund um den vom Vorhabenträger TenneT geplanten Vorzugstrassenkorridor 69b, der Hetjershausen zerschneiden würde, wurden ausführlich dargestellt. Frau Koch berichtete über die Infoveranstaltung im April 2019 im Freizeit In, den zweitägigen Erörterungstermin in Einbeck im August 2019 sowie alle Anstrengungen, die mit dem Abfassen von Einwandschreiben verbunden waren. Die Bundesnetzagentur hatte ursprünglich in Aussicht gestellt, bis zum Jahresende 2019 eine definitive Entscheidung über den Trassenverlauf zu fällen. Nun hat die Bundesnetzagentur im Februar 2020 einen Alternativkorridor TKS 442 zur Prüfung aufgegeben. Die Unterlagen haben ausgelegen und bis zum 16.4.2020 können wieder Einwände gegen den Korridor bei der Bundesnetzagentur geltend gemacht werden. Dieser Korridor verschwenkt von Esebeck kommend nach Knutbühren, müsste einen Wald durchschneiden, würde dann unmittelbar östlich der Wohnbebauung von Knutbühren zur Emme in Hetjershausen und von dort waldrandnah in Richtung Groß Ellerhausen ziehen, um etwa in Höhe des geplanten Baugebietes Wiesental Süd in den ursprünglichen Korridor 69b einzuschwenken. Wie im Vorjahr hat die Bürgerinitiative Formulierungshilfen erstellt und unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Abfassung von Einwandschreiben. Ein Treffen mit Bürgern von Knutbühren hat bereits stattgefunden.

Zum Thema Windkraft berichtete die Vorsitzende, dass parallel zu den Äußerungen in Bundes- und Landespolitik auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen in Göttingen bereits angekündigt habe, dass sie die Errichtung von Windkraftanlagen im Stadtgebiet wünscht. Eine Simulation der Auswirkungen im Hinblick auf Schattenwurf und Beeinträchtigung der inzwischen ca. 250 Meter hohen Anlagen zeigte, wie dies unsere Ortsteile beeinträchtigen könnte.

Finanzbericht und Rechnungsprüfungsbericht verliefen ohne Beanstandungen, so dass die Entlastung des Vorstandes erfolgen konnte. Bei der anschließenden Wahl des Vorstandes und des Rechnungsprüfers ergaben sich keine Änderungen. Der neue Vorstand setzt sich wie im Vorjahr zusammen, Heiko Günther übernimmt erneut den Posten des Rechnungsprüfers.
Im Jahr 2020 werden an Projekten weiter verfolgt: Blühwiese und Pflanzaktionen, Wandertag im September, Beteiligung und Einwandschreiben TKS 442. Mit einem herzlichen Dank an das Vorstandsteam für die engagierte Arbeit und an die Mitglieder für ihre Unterstützung beendete die Vorsitzende die Jahreshauptversammlung.

LevinIm Anschluss berichtete Martin Levin, Oberförster a.D. der Stadt Göttingen in seinem Vortrag „Wald und Klima“ über die aktuellen Probleme in den regionalen Wäldern.

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