Eine Woche später, am 23.05.2014, folgte Herr Siegfried Lieske unserer Einladung.

Der Oberbürgermeisterkandidat der Bündnis90/Die Grünen erwies sich als sehr interessierter Gesprächspartner. Mit ins Detail gehenden Fragen informierte er sich über Verlegetechnik, Schwachstellen und Vor- und Nachteilen des Erdkabels im Vergleich zur Freileitung sowie die Auswirkungen von Erdkabeln auf den Boden. Interessant waren für ihn auch die Gründe für das Scheitern einer Erdkabelverlegung entlang der A7. Bzgl. der Gesundheitsgefährdungen durch elektromagnetische Strahlung konnte Herr Lieske die Befürchtungen der Einwohner Hetjershausens nachvollziehen. Auch er war verwundert über die weitaus niedrigeren Grenzwerte in anderen Ländern.

 Angekommen auf der geplanten Vorrangfläche ließ sich Herr Lieske zunächst die Abstände zum westlichen Ortsrand Hetjershausens sowie zu den Einzelgehöften erläutern. Ein besonderes Augenmerk legte er auf die individuellen Eigenschaften dieser Fläache. Auch für ihn wurde deutlich, dass die Lage westlich der Ortsteile sowie das ansteigende Gelände eine besondere Bedeutung für die Ausbreitung des Lärms, des Infraschalls sowie des Schlagschattens haben.

Seine Aussage, im Zweifelsfall sei ihm der Mensch wichtiger als der Rotmilan, soll hier nicht unerwähnt bleiben.

Korrigiert werden musste Herr Lieske in seiner Annahme, ohne eine Ausweisung von Vorrangflächen sei die Errichtung von Windenergieanlagen überall möglich. Unter Hinweis auf das bestehende Landschaftsschutzgebiet „Leinetal“ wies die Bürgerinitiative Gegenwind Herrn Lieske darauf hin, dass der Bau von Windenergieanlagen westlich von Hetjershausen erst durch eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung ermöglicht wird. Die durch diese Änderung entstehende Option würde dann aller Voraussicht nach Vattenfall wahrnehmen, das bereits den Landbesitzern Angebote unterbreitet hat. Die ehemals im Gespräch gewesenen Stadtwerke Göttingen hatten sich wegen fehlender Wirtschaftlichkeit bereits von dieser Fläche zurückgezogen.

Auch aus Herrn Lieskes Sicht ist für einen Einsatz von Windenergie jedoch Voraussetzung, dass eine geeignete Speichertechnologie zur Verfügung steht.

Mit der Bitte um Vermittlung eines Gesprächs mit der Bündnis90/Die Grünen-Fraktion, evtl. ebenfalls vor Ort, wurde Herr Lieske nach ca. 80 Minuten von den anwesenden Vorstandsmitgliedern der Bürgerinitiative Gegenwind verabschiedet.

Die Bürgerinitiative Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen e. V. bedankt sich bei der Kandidatin und den Kandidaten für die in sehr angenehmer Atmosphäre verlaufenen konstruktiven Gespräche, hofft auf zukünftige Kontakte zu den Fraktionen und wünscht, unabhängig vom Ausgang der Wahl, alles Gute.

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