Nur zwei Tage später konnte die BI Gegenwind Herrn Dr. Martin Rudolph in Hetjershausen begrüßen. Der parteilose OB-Kandidat der CDU war bestens informiert, und so entspann sich schon am ersten Etappenpunkt sofort eine angeregte Diskussion über die Planungen der Fa. TenneT bzgl. der 380 kV-Trasse von Wahle nach Mecklar. Erstaunt darüber, dass diese Trasse lediglich eine Verstärkung des bestehenden Stromnetzes darstellt und nicht dem Transport von im Norden durch Windenergie erzeugten Strom nach Süden dient, ließ er sich über die gesundheitlichen Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung informieren.

Nach einem Vergleich der Planungsvarianten in den Jahren 2012 und 2013 im Bereich Göttingen ließ sich Herr Dr. Rudolph erklären, welche Hindernisse überwunden werden mussten, um zum jetzigen Trassenverlauf zu gelangen.Am geplanten Vorranggebiet für die Errichtung von Windenergieanlagen angekommen war auch für Herrn Dr. Rudolph nicht ersichtlich, warum diese Fläche als mögliche Potenzialfläche ausgewählt werden konnte. Zu dicht an der Bebauungsgrenze, westlich des Ortes gelegen auf ansteigendem Gelände seien hier die Bewohner Lärm, Infraschall und Schlagschatten besonders ausgesetzt. Auch die Windhöffigkeit sei nicht zufriedenstellend. Man hätte die Gegebenheiten vor Ort vorab besser überprüfen sollen und sich intensiver mit der Problematik unter Einbeziehung der betroffenen Einwohner beschäftigen sollen. Möglicherweise wäre man zu einem anderen Ergebnis gekommen.Aus seiner Sicht sei im Stadtgebiet Göttingen nur die Fläche bei Deppoldshausen geeignet, um Windenergieanlagen wirtschaftlich zu betreiben.Ein für ihn sehr wichtiges Thema sei der durch die Ausweisung der Vorranggebiete verursachte soziale  Unfrieden im Ort. Es sei fast unmöglich, dass wenige profitierende Landbesitzer, denen jährlich kaum ablehnbare Summen geboten würden, und andererseits viele von den Belästigungen und den gesundheitlichen Bedrohungen betroffene Bewohner friedlich nebeneinander leben könnten.Weiterhin liege ihm am Herzen, dass die Erweiterungsmöglichkeit der Ortschaften durch eine Planung wie in Hetjershausen nicht eingeschränkt sei. Bedarf für den Bau von Einfamilienhäusern sei vorhanden.Mit der Bitte, sich für den Erhalt des Landschaftschutzgebietes, auch im Namen des wiederum über uns kreisenden Rotmilans, einzusetzen sowie einer Ausweisung des Gebiets als Vorrangfläche nicht zuzustimmen, verabschiedete die BI Gegenwind Herrn Dr. Rudolph nach ca. 80 Minuten intensiven Gesprächs.

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