Oktober 2017

Am 25.10.2017 teilte die Bundesnetzagentur mit, dass sie für die Vorhaben 3 und 4 (SuedLink) des Bundesbedarfsplangesetzes (BBPlG) den Untersuchungsrahmen für die jeweiligen Abschnitte D (zwischen Arnstein beziehungsweise Grafenrheinfeld und Gerstungen) festgelegt habe. Damit stehe fest, welche Unterlagen von den Vorhabenträgern TenneT und TransnetBW noch vorzulegen seien.
Für den uns in Göttingen betreffenden Abschnitt C von Bad Gandersheim/Seesen bis Gerstungen haben diese Festlegungen keine Auswirkungen. Es ist aber zu erwarten, dass sich die Bundesnetzagentur demnächst mit dem Abschnitt C befassen wird.

September 2017

In der Sitzung des Ortsrats Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren am 14.09.2017 beantwortete die Verwaltung den Antrag aus der Ortsratssitzung vom 06.04.2017. Die Stadt Göttingen habe für die Antragskonferenz am 07.06.2017 in Osterode am Harz eine schriftliche Stellungnahme eingereicht. In dieser Stellungnahme werde ein möglicher Trassenverlauf durch das Göttinger Stadtgebiet weiterhin abgelehnt. Das Gebiet der Stadt Göttingen sei bereits heute durch die Konzentration einer Vielzahl verschiedenster Raumnutzungsansprüche auf engstem Raum hoch belastet. Aufgrund der direkt angrenzenden Schutzgebiete bestehe praktisch keine Ausweichmöglichkeit, um schutzwürdige Bereiche zu umgehen.
Die Stadt Göttingen weise bereits jetzt darauf hin, dass die Belastbarkeit des Stadtgebietes begrenzt sei. Die bauliche Entwicklungsmöglichkeit der Stadt Göttingen dürfe nicht durch eine zusätzliche Versorgungsleitung eingeschränkt werden. Die berechtigten Schutzbelange der Bevölkerung seien vorrangig zu beachten.

Die Stadt Göttingen lehne einen Trassenkorridor auf Göttinger Stadtgebiet aus folgenden Gründen ab:

  • Der vorgeschlagene Trassenkorridor tangiere das Göttinger Siedlungsgebiet erheblich, v.a. in Hetjershausen, wo sich weite Teile des Ortsteils innerhalb des Korridors befänden. Der Trassenkorridor rücke sehr dicht an die Ortsteile Esebeck, Elliehausen und Groß Ellershausen heran.
  • Durch die Anpassung der Trassenkorridorplanung bestehe zwischen der westlichen Grenze des Ortsteils Hetjershausen und der Ortslage Hasenwinkel eine neue Engstelle. Die Feinplanung werde in jedem Fall zu einem extrem wohnortnahen Trassenverlauf führen.
  • Es bestehe bereits eine hohe Vorbelastung durch die vorhandenen Verkehrswege und Leitungstrassen im Göttinger Stadtgebiet: 110 kV-Leitungen der AVACON sowie der DB Energie, die derzeit in der Planfeststellung befindliche 380 kV-Stromtrasse Wahle-Mecklar sowie eine Richtfunktrasse in SW-NO-Richtung quer über das Göttinger Stadtgebiet.
  • Der geänderte Trassenkorridorverlauf schränke die Entwicklung der Ortsteile Esebeck, Hetjershausen und Groß Ellershausen massiv ein. Innerhalb des vorgeschlagenen Trassenkorridors lägen mehrere der im neuen Flächennutzungsplan dargestellten Wohnbauflächen.
  • Der überwiegende Teil des Trassenkorridors führe durch das Landschaftsschutzgebiet Leinetal, dessen vorrangige Schutzziele die Erhaltung des Landschaftsbildes und die Sicherung der Erholungsfunktion seien. Die 380 kV-Leitung werde bereits erhebliche Eingriffe im westlichen Naturraum des Stadtgebietes verursachen. Durch die Führung einer weiteren Trasse durch die freie Landschaft und die damit verbundenen Eingriffe in den Naturhaushalt in einem relativ kleinen geographischen Raum werde sich die Belastung für die betroffenen Schutzgüter vervielfachen. Der Bau der Trasse sei als dauerhafter Eingriff ins Landschaftsbild zu werten und könne nicht kompensiert werden, v.a. bei zusammenhängenden Waldflächen. Das Vorhaben verstoße grundsätzlich gegen die Verbote der Schutzgebietsverordnung. Die Führung der Trasse durch Gebiete mit hohen Biotopwertigkeiten (kleinstrukturierte Waldflächen von regionaler Bedeutung mit wichtiger Naherholungsfunktion) und in gesetzlich geschützten Biotope (§30 BNatSchG) werde grundsätzlich abgelehnt. Die Lebensräume der Einzelarten gem. FFH-RL und Vogelschutz-RL seien grundsätzlich vom Trassenverlauf freizuhalten.
  • Es gebe mehrere bodenarchäologisch bedeutsame Fundstellen, die nicht durch Bebauung oder durch Erdarbeiten zerstört werden dürften.

Sobald konkretere Planungen vorhanden seien, werde die Stadt Göttingen eine weitere Stellungnahme abgeben.
Im Rahmen des formellen Beteiligungsverfahrens nach §9 NABEG bestehe erneut die Möglichkeit, zur Planung Stellung zu nehmen. Dieser Verfahrensschritt erfolge nach Vorliegen der vollständigen Unterlagen bei der Bundesnetzagentur entsprechend der Ergebnisse der Antragskonferenz und sei bislang noch nicht terminiert.

August 2017

Am 09.08.2017 teilte die Bundesnetzagentur mit, dass der Thüringer SuedLink-Vorschlag geprüft werde. In den Antragskonferenzen der Abschnitte C und D der Vorhaben 3 und 4 des Bundesbedarfsplangesetzes hatte der Freistaat Thüringen umfangreiche räumliche Alternativen vorgeschlagen. Die Bundesnetzagentur beauftragte nun die Vorhabenträger TenneT und TransnetBW, diese zu prüfen.

Juni 2017

Am 07.06.2017 fand in der Stadthalle in Osterode am Harz auf Einladung der Bundesnetzagentur eine der drei Antragskonferenzen für den Abschnitt C statt. In einer informativen Veranstaltung, an der ca. 110 Vertreter von Behörden, Gemeinden und Vereinigungen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, sammelte die Bundesnetzagentur Hinweise auf regionale Besonderheiten, die einem Trassenverlauf entgegenstehen könnten, sowie Vorschläge für alternative Trassenverläufe.
Unter der Leitung eines Juristen der Bundesnetzagentur, Herrn Daniel Matz, sollten in der ca. siebenstündigen Veranstaltung Erkenntnisse gewonnen werden, welche Alternativen möglicherweise in die Untersuchung mit einbezogen werden können und warum gewisse Alternativen nicht in Betracht kommen. Auf Grund dieser Ergebnisse legt die Bundesnetzagentur einen Untersuchungsrahmen fest und bestimmt den Inhalt der nach § 8 NABEG einzureichenden Unterlagen. Vorgestellt wurde zunächst der neue Vorschlag des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft für einen Trassenverlauf westlich von Kassel, der weder den Stadtbereich Göttingen noch den Landkreis Göttingen tangieren würde. Begründet wurde dieser Vorschlag mit dem Gebot der Geradlinigkeit (NABEG §5 Abs. 2). Hiernach muss die Bundesnetzagentur prüfen, inwieweit zwischen dem Anfangs- und dem Endpunkt des Vorhabens ein möglichst geradliniger Verlauf eines Trassenkorridors zur späteren Errichtung und zum Betrieb eines Erdkabels erreicht werden kann. Auch vom Vertreter des Landkreises Eichsfeld wurde die Eichsfeld-Variante wegen fehlender Geradlinigkeit abgelehnt.

Kritik wurde auch an der Nichtbeachtung neuer Verlegetechniken sowie möglicher zukünftiger Vorhaben bzw. Erweiterungen geäußert. Die Vorsitzende der BI Gegenwind, Frau Dr. Schmidt-Jochheim, lenkte das Augenmerk der Bundesnetzagentur auf die geplanten Baugebiete rund um Hetjershausen und die bereits vorgesehene 380 kV-Trasse Wahle-Mecklar. Durch eine zusätzliche Stromtrasse westlich von Hetjershausen werde eine weitere Entwicklungsmöglichkeit der Stadtteile Hetjershausen und Groß Ellershausen komplett verhindert.
Da auch die 380 kV-Trasse in den Gebieten Hetjershausen und Groß Ellershausen als Erdkabel realisiert wird, wäre Hetjershausen von zwei Höchstspannungsstromleitungen „umzingelt“. Darüber hinaus sei eine erneute Belastung der ortsansässigen Landwirte nicht zumutbar. Weiterhin wurde auf die unterschiedlichen Raumordnungsprogramme von Osterode und Göttingen hingewiesen, die trotz erfolgter Fusion nach wie vor bestehen, sowie auf existierende niedersächsische Waldprogramme und regionale forstliche Rahmenbedingungen.

Ein Vertreter des Wasser- und Abwasserverbandes Eichsfelder Kessel machte auf die aus seiner Sicht unkorrekte Einstufung der Wasserschutzgebietszonen III in die Raumwiderstandsklasse III aufmerksam. Durch die Beseitigung der schützenden Deckschichten käme es zu solch mengen- und qualitätsmäßigen Veränderungen des Grundwassers, dass zumindest eine Einstufung in die Raumwiderstandsklasse II erfolgen müsse. Sollte zusätzlich Massenkalk im Boden vorhanden sein, müsse sogar die Raumwiderstandsklasse I in Betracht gezogen werden. Zudem sei ein Untersuchungsraum von 200 m jenseits des Korridorrandes nicht ausreichend für die Schutzzone III. Der Untersuchungsraum müsse mindestens 500 m betragen oder sich an der „50-Tage-Linie“ orientieren (von hier benötigt das Grundwasser etwa 50 Tage, um in die Brunnenanlagen zu gelangen; Grenze Schutzzone II bis Grenze der Schutzzone I).
Zum TOP 6 „Prüfung der Umweltauswirkungen“ wies Frau Dr. Schmidt-Jochheim auf die mögliche gesundheitliche Gefährdung der Bewohner durch elektromagnetische Strahlung auch bei Gleichstromanlagen hin und forderte eine gezielte Erforschung der elektromagnetischen Strahlung bei Höchstspannungsstromtrassen in Hinblick auf die gesundheitlichen Auswirkungen auf Menschen sowie eine medizinische Begleitung dieses Pilotprojekts.
Sprecher der Landwirtschaftsverbände kritisierten, dass Schutzgebiete von vornherein ausgespart bzw. gemieden worden seien. Zudem forderten sie einen schonenden Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen, eine dauerhafte Entschädigung, Ausgleichs- und Ersatzflächen sowie eine bodenkundliche Baubegleitung.

Der Vertreter der Stadtverwaltung Göttingen sah in dem Vorhaben einen Verstoß gegen das Landschaftsschutzgesetz, da in Landschaftsschutzgebieten jegliche Bauvorhaben verboten seien. Darüber hinaus wies er auf die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes in der reliefartigen Landschaft rund um Göttingen hin und kritisierte den mit 500 m zu geringen Untersuchungsraum jenseits des Trassenkorridors. Ein Mitarbeiter des Nds. Landesamts für Denkmalpflege wies auf die Existenz von Denkmalen im Leinetal, in Northeim und in Einbeck hin sowie auf das römisch-germanische Schlachtfeld am Harzhorn, das nicht tangiert werden dürfe.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es zahlreiche Einwände gegen eine Planung der Trasse durch das Eichsfeld von Vertretern betroffener Städte und Landkreise, land- und waldwirtschaftlicher Verbände, Wasserverbände, Ministerien und Landesämter gab. Die Interessen der Stadt Göttingen wurden durch Vorstandsmitglieder der BI Gegenwind sowie einen Mitarbeiter des Fachbereichs Planung der Stadtverwaltung Göttingen vertreten.
Nochmals klargestellt wurde in der Veranstaltung, dass keine „Vorzugstrasse“ existiert. Bei der von TenneT favorisierten Variante durch das Eichsfeld handelt es sich lediglich um eine von jetzt drei möglichen Trassenverläufen, die von der Bundesnetzagentur gleichberechtigt überprüft werden.

In der Sitzung des Ortsrats Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren am 15.06.2017 informierte die Ortsbürgermeisterin die Bevölkerung über Inhalte der Antragskonferenz in Osterode am Harz. Nunmehr würden drei Trassenvarianten gleichberechtigt geprüft.

Mai 2017

Am 03.05.2017 veranstaltete TenneT einen Antragsworkshop im Hotel Freizeit In in Göttingen. Ca. 20 Interessierte wurden im ersten Vortrag über den bisherigen Ablauf des Verfahrens informiert. Durch das Feedback der Bürger und Gemeinden auf die Veröffentlichung der ersten Trassenvorschläge im September 2016 haben sich Änderungen ergeben, so z. B. auch im Stadtgebiet Göttingen. Die so entstandenen Trassensegmente habe man analysiert, bewertet und verglichen. Anschließend wurde der weitere Weg des Verfahrens aufgezeigt. Im zweiten Vortrag wurden die regionalen Verläufe beschrieben. Insgesamt habe es 259 Hinweise aus dem Landkreis Göttingen gegeben, von denen 81 bereits in der Planung berücksichtigt worden seien. Die übrigen Hinweise seien erst in späteren Planungsphasen relevant. Am Beispiel der Trassensegmente 80 und 78 erfolgte dann die exemplarische Darstellung eines regionalen Vergleichs.
Abschließend wurde der Antrag auf Bundesfachplanung nach §6 NABEG, bestehend aus dem Antragstext (8 Textkapitel), 21 Anhängen (beispielhaft), 45 Übersichtskarten und der Allgemeinverständlichen Zusammenfassung (AVZ), vorgestellt. Alle Unterlagen standen in zahlreichen Ordnern in Papierform zur Einsicht zur Verfügung und können auch auf der Homepage der Fa. TenneT eingesehen werden. Im Anschluss an die Vorträge folgte eine Diskussionsrunde, in der Bürger und Vertreter der Kommunen die Möglichkeit hatten, ihre Fragen zu stellen und ihre Besorgnisse zu äußern. So wurde z. B. von den Vertretern der Stadt Göttingen mehrfach darauf hingewiesen, dass die durch das Stadtgebiet Göttingen führende Trassenvariante deutlich kürzer sei als die durch den Landkreis führende Variante. Zum Abschluss des Antragsworkshops beantworteten die Mitarbeiter Fragen der Teilnehmer in Einzelgesprächen.
Am gleichen Abend wurde der Stadtverwaltung von der BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen per Mail ein Längenvergleich der beiden Trassenalternativen sowie erneut eine Aufstellung der Städte und Gemeinden zugesandt, die durch die Planung der SuedLink-Trasse durch das Göttinger Stadtgebiet genau dann betroffen sind, wenn auch die Stadt Göttingen betroffen ist.
Bei der ersten Antragskonferenz zum Erdkabelvorhaben SuedLink (Abschnitt D) brachte das Land Thüringen am 09.05.2017 in Ilmenau einen alternativen Trassenverlauf ein. Lt. Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, dürfe das Erdkabel gar nicht durch Thüringen verlaufen, da die vorliegenden Planungen der Bundesnetzagentur dem von der Bundesregierung selbst eingeführten Gebot der Geradlinigkeit (Orientierung an den Luftlinien zwischen den Anfangspunkten und den Endpunkten) widersprächen. Die neue Alternative werde sich im Gegensatz zu den bisherigen Vorschlägen der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW tatsächlich an der Luftlinie nach Großgartach orientieren. Demnach würde das Erdkabel durch das südöstliche Nordrhein-Westfalen und westlich von Kassel verlaufen.Trasse Mai

Am 12.05.2017 wurde von TenneT für den Abschnitt E von Arnstein (Bayern) nach Großgartach (Baden-Württemberg) der Antrag auf Bundesfachplanung gestellt. Der Abschnitt zwischen Arnstein und Großgartach ist der südliche Abschluss des Vorhabens 3. Den Abschnitt E gibt es im anderen SuedLink-Vorhaben (Vorhaben 4) nicht, dieses endet bereits mit Abschnitt D. Somit befindet sich jetzt auch das Vorhaben 3 vollständig im Bundesfachplanungsverfahren.
Die für den 22.05.2017 geplante öffentliche Informationsveranstaltung im Sporthaus Groß Ellershausen/Hetjershausen zum SuedLink-Vorhaben wurde am 13.05.2017 abgesagt, nachdem die Bundesnetzagentur überraschend die Bedingungen geändert hatte. Teilnehmen durften jetzt nur noch geladene Personen aus der Politik, die Öffentlichkeit war ausgeschlossen.
In Vorbereitung auf die Antragskonferenz am 07.06.2017 in Osterode am Harz informierte die BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen am 15.05.2017 in einem Schreiben die Bundesnetzagentur über weiterführende Aspekte bezüglich der SuedLink-Planungen. Angeführt wurden die gänzliche Verhinderung einer Ortserweiterung des Stadtteils Hetjershausen im Falle einer Realisierung der Trassenvariante SuedLink durch das Stadtgebiet Göttingen sowie durch die bereits im Planfeststellungsverfahren befindliche 380 kV-Trasse von Wahle nach Mecklar, die Gesundheitsgefährdung durch elektromagnetische Strahlung unter Dauerexposition, die erneute Belastung der hier ansässigen Landwirte sowie die unzumutbare Beeinträchtigung der Bevölkerung in Elliehausen durch eine zusätzliche Stromtrasse. Eine Kopie des Schreibens erhielt der Fachbereich 61 (Planung, Bauordnung, Vermessung) des Dezernats D (Planen und Bauen) der Stadt Göttingen, mit dem Angebot einer Zusammenarbeit bezüglich der Argumentation in der Antragskonferenz sowie der Ortsrat unserer Ortsteile.

April 2017

In seiner Sitzung am 06.04.2017 beschloss der Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren einstimmig, die Stadtverwaltung Göttingen zu bitten, in der öffentlichen Antragskonferenz im Rahmen der Bundesfachplanung die Argumente gegen eine Korridoralternative des SuedLink-Vorhabens durch das Göttinger Stadtgebiet erneut darzulegen und einen Verzicht auf einen Trassenverlauf durch das Göttinger Stadtgebiet energisch einzufordern.
Begründet wurde der Beschluss mit einem Trassenverlauf in topographisch unwegsamem Gebiet sowie in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung. Die bereits beschränkte Verfügbarkeit der Flächen im Stadtgebiet, sowohl für eine weitere Ausweisung von Baugebieten als auch für die Landwirtschaft, werde durch die zusätzliche Trasse weiter massiv beeinträchtigt. Auch wenn der Trassenverlauf durch das Göttinger Stadtgebiet derzeit nur als Alternative im Gespräch sei, müsse sich die Stadtverwaltung Göttingen rechtzeitig positionieren. Mit dem Antrag des Vorhabenträgers habe die Bundesfachplanung bereits begonnen(§6 NABEG), so dass für die Stadt Göttingen, als betroffener Träger öffentlicher Belange, in der unverzüglich nach Einreichung des Antrags durchzuführenden öffentlichen Antragskonferenz (§7 NABEG) die erste von im Verlauf der Bundesfachplanung weiteren Möglichkeiten bestehe, die Interessen der Stadt zu vertreten.
Am 07.04.2017 veröffentlichte die Bundesnetzagentur nach Prüfung der Unterlagen auf Vollständigkeit die Termine für die öffentlichen Antragskonferenzen im Abschnitt C. Sie finden am 30.05.2017 in Gotha, am 07.06.2017 in Osterode am Harz sowie am 08.06.2017 in Bad Hersfeld statt, jeweils um 09:00 Uhr.
Im Vorfeld wird am 03.05.2017 ein Antragsworkshop SuedLink in Göttingen durchgeführt. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger über das Projekt informieren und sich mit dem Projektträger austauschen.
Ebenfalls am 07.04. 2017 beantragten zudem die Vorhabenträger die Bundesfachplanung für den sich nördlich anschließenden Abschnitt B von Scheeßel bis Bad Gandersheim/Seesen.
Für den Abschnitt A von Wilster bzw. Brunsbüttel bis Scheeßel wurde der Antrag auf Bundesfachplanung am 13. April bei der Bundesnetzagentur gestellt, so dass nach Prüfung der Unterlagen auf Vollständigkeit nun für die gesamte Strecke von Wilster bzw. Brunsbüttel bis Grafenrheinfeld die Bundesfachplanung eröffnet wurde.

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 25.04.2017 teilte die Verwaltung mit, dass TenneT Ende März den Antrag auf Bundesfachplanung für den Abschnitt C gestellt habe. Bei dem von TenneT vorgeschlagenen Trassenkorridor handele es sich um die östliche Variante, bei der das Stadtgebiet nicht betroffen wäre. Die Entscheidung über den endgültigen Korridor falle allerdings erst im anschließenden Verfahren, so dass derzeit noch nicht verbindlich ausgeschlossen werden könne, ob die Stadt gegebenenfalls nicht doch betroffen sein könnte. Im Bereich Hetjershausen sei die ursprüngliche Planung geändert worden. Die vorgesehene Trassenführung würde damit noch näher an Esebeck heranrücken und südlich der Ortslage - zwischen Altdorf Hetjershausen und Hasenwinkel - verlaufen. Dort betrage die verbleibende Korridorbreite jedoch nur ca. 150 m und würde somit eine neue Engstelle darstellen. Die Antragsunterlagen zur Bundesfachplanung seien der Stadt zwischenzeitlich zugegangen und würden derzeit geprüft. Eine Stellungnahme werde vorbereitet. Die Verwaltung werde im Rahmen ihrer Stellungnahme dann insbesondere auf die besondere Problematik in diesem Bereich hinweisen. Sowohl beim Antragsworkshop am 03.05.2017 im Freizeit In in Göttingen als auch bei der öffentlichen Antragskonferenz in Osterode am Harz am 07.06.2017 werde die Stadt vertreten sein.

März 2017

Am 02.03.2017 berichtete dann auch der Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren in seiner Sitzung über die von TenneT beschlossene Änderung des Trassenverlaufs im Ortsteil Hetjershausen. Nach Querung des Flöthegrabens, der zur Oberflächenentwässerung aus dem Börltal dient, müsse nun ein nur 149 m breiter Bereich zwischen Hetjershausen und Hasenwinkel mit einem tiefen Graben zur Oberflächenentwässerung aus der höher gelegenen Feldmark von West nach Ost passiert werden. Im neuen Korridor liege der Hochbehälter zur Trinkwasserversorgung, ein Aussiedlerhof (Reiterhof) sowie das Baugebiet „Deneweg“. Südlich der B3 werde der ursprünglich geplante Verlauf wieder aufgenommen.
Auch die Stadtverwaltung Göttingen könne die neue Planung von TenneT nicht nachvollziehen.
Über eine nicht öffentliche Information der Stadt durch TenneT werde eventuell in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke am 09.03.2017 berichtet.
Der nächste förmliche Schritt der Stadt sei die Abgabe einer Stellungnahme im Rahmen der
Bundesfachplanung, die wahrscheinlich Mitte des Jahres 2017 stattfinden werde.
Am 07.03.2017 veröffentlichten die Netzbetreiber TenneT und TrasnetBW den vorläufigen Vorschlagskorridor für SuedLink. Hiernach verliefe die von TenneT bevorzugte Trassenalternative A 2 großräumig östlich an Göttingen vorbei, während die Alternative A 1 Göttingen westlich umgehen und das Stadtgebiet tangieren würde. Grund für die Bevorzugung der Alternative A 2 sei der sehr deutliche Vorteil dieser Alternative durch die höhere Relevanz der Kriterien der Bewertungsschritte. Dieser sehr deutliche Vorteil würde auch unter Berücksichtigung der um ca. 20 km größeren Länge nicht abgeschwächt.
Die Übertragungsnetzbetreiber planen, von Mitte März bis Ende April abschnittsweise die Anträge auf Bundesfachplanung nach § 6 NABEG (Netzausbaubeschleunigungsgesetz), mit denen das formelle Verfahren beginnt, bei der Bundesnetzagentur einzureichen. Niedersachsen ist von drei der fünf Abschnitte betroffen. Gegenstand der Anträge sind der Trassenkorridorvorschlag sowie alle ernsthaft in Frage kommenden Alternativen, davon mindestens eine durchgehende Korridoralternative. Diese sollen im Bundesfachplanungsverfahren gleichberechtigt geprüft werden. Hierzu gehört u. a. die genaue Prüfung der Engstellen und Riegel sowie der Biotop- und Artenschutzbelange. Das Verfahren ist somit weiterhin ergebnisoffen, eine Festlegung auf einen Korridor erfolgt erst am Ende des Bundesfachplanungsverfahrens.suedl6

Am 17.03.2017 wurde von TenneT und TransnetBW der Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur für den Abschnitt D von Gerstungen bis Grafenrheinfeld eingereicht. Nach Prüfung des Antrags auf Vollständigkeit durch die Bundesnetzagentur startet das formelle Planungs- und Genehmigungsverfahren mit den darin vorgesehenen Beteiligungsmöglichkeiten. Auftakt hierfür sind die öffentlichen Antragskonferenzen, die von der Bundesnetzagentur durchgeführt werden.
Nur eine Woche später, am 24.03.2017, erfolgte die Einreichung der Unterlagen für den Abschnitt C von Bad Gandersheim/Seesen bis Gerstungen.

Februar 2017

Nach Bearbeitung aller Hinweise und Einwendungen aus der öffentlichen Beteiligungsphase, stellte TenneT am 14.02.2017 die Änderungen der Trassenplanungen vor. Eine dieser Änderungen betraf den Trassenabschnitt 069, der die Ortsteile Hetjershausen und Groß Ellershausen kreuzen sollte.
Demnach würde der angepasste Korridorverlauf nicht mehr zwischen den Ortsteilen Hetjershausen und Groß Ellershausen sondern stattdessen westlich an Hetjershausen vorbei und zwischen Hetjershausen und Hasenwinkel hindurch führen. Südlich der Bundesstraße 3 würde der ursprüngliche Verlauf wieder aufgenommen. Begründet wurden die Änderungen von TenneT mit der geplanten Erweiterung der Siedlungsflächen von Hetjershausen nach Osten, Süden und Westen. Außerdem sei eine Führung des Korridors zwischen Hetjershausen und Gronespring hindurch aufgrund der dort vorhandenen Gewerbe- u.
Industrieflächen und des dadurch fehlenden Passageraums nicht mehr möglich. Allerdings ergebe sich durch die Anpassung des Verlaufs im Bereich zwischen Hetjershausen und Hasenwinkel eine neue planerische Engstelle von 149 Metern.suedl5

Januar 2017

Im Januar erarbeitete die Bundesnetzagentur ein neues Positionspapier zu den rechtlichen und methodischen Anforderungen an die Unterlagen nach § 8 NABEG, die im Zuge der Bundesfachplanung im Anschluss an die Antragskonferenz durch die Netzbetreiber eingereicht werden müssen.
Vom 16.01.2017 bis zum 13.02.2017 konnte die Öffentlichkeit ihre Stellungnahmen zum Entwurf dieses Positionspapiers abgeben.
Am 25.01.2017 stellte die Bundesnetzagentur in einer erneuten Methodenkonferenz in Bonn den Entwurf des Positionspapiers vor und diskutierte diesen Entwurf anschließend mit der Öffentlichkeit.

November 2016

In der Sitzung des Stadtrates am 04.11.2016 wurde der Dringlichkeitsantrag vom Rat der Stadt Göttingen einstimmig beschlossen. Der Oberbürgermeister wurde aufgefordert, die massiven Bedenken der Stadt gegen einen Verlauf der SuedLink-Trasse durch das Göttinger Stadtgebiet umgehend in das Planungsverfahren einzubringen. Durch die drohende Überbündelung von belastenden Trassen sei die weitere Entwicklungsmöglichkeit Göttingens mit seinen westlichen Stadtteilen stark eingeschränkt. Zudem überdecke der Planungskorridor den Ortsteil Hetjershausen fast vollständig, so dass die Feinplanung zwangsläufig dazu führen müsse, dass die endgültige Trasse extrem nah an der Wohnbebauung entlang geführt werden müsse. Einer Trassenführung östlich des Stadtgebietes solle daher Vorrang eingeräumt werden.
Am 08.11.2016 legte die BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen ihre Bedenken in einem Schreiben an TenneT gegen den geplanten Trassenverlauf im Korridorabschnitt 069 dar. Es wurde darauf hingewiesen, dass betroffene Flächen im Landschaftsschutzgebiet „Leinetal“ sowie im Wasserschutzgebiet liegen. Bei einer Realisierung der Trassenführung durch das Göttinger Stadtgebiet käme es erneut, wie auch schon durch den Bau der 380 kV-Leitung Wahle – Mecklar, zum Verlust siedlungsnaher hochwertiger Freiräume für die Naherholung vieler Menschen und zur Beeinträchtigung wertvoller Ackerböden. Weiterhin wurden die möglichen Auswirkungen von Gleichstrom-Hochspannungstrassen auf die menschliche
Gesundheit aufgezeigt. Insbesondere aufgrund der unmittelbaren Nähe zu sensiblen Einrichtungen, wie z. B. einer Grundschule, einer Kindertagesstätte und Sportanlagen, sowie zur Wohnbebauung sollte deshalb auf den ungeeigneten Trassenkorridor durch das Göttinger Stadtgebiet verzichtet werden.
Am 17.11.2016 wurde in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke die ausführliche Stellungnahme der Stadt Göttingen im Rahmen des informellen Beteiligungsverfahrens vorgestellt, in der die Stadt Göttingen die über ihr Stadtgebiet verlaufende Variante des vorgeschlagenen SuedLink-Trassenkorridors ablehnt. Begründet wurde die Ablehnung mit den sich innerhalb des Trassenkorridors befindenden sensiblen Einrichtungen (Grundschule, Kindertagesstätte) und neu geplanten Wohnbauflächen, dem wohnortnahen Trassenverlauf, der hohen Vorbelastung durch bestehende Verkehrswege und Leitungstrassen im Götinger Stadtgebiet, dem Landschaftsschutzgebiet „Leinetal“, dessen vorrangiges Schutzziel das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion sei sowie mehreren bodenarchäologisch bedeutsamen Fundstellen, die nicht durch Bebauung oder durch Erdarbeiten zerstört werden dürften. Nach der sich anschließenden Diskussion beschloss der Ausschuss einstimmig, der Stellungnahme zuzustimmen.
Die erforderliche Beschlussfassung erfolgte am 28.11.2016 im Verwaltungsausschuss, so dass die Anhörungsfrist, die für Träger öffentlicher Belange am 30.11.2016 endete, eingehalten werden konnte.
Am 21.11.2016 wurde der Stadtverwaltung von der BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen per Mail eine Aufstellung der Städte und Gemeinden zugesandt, die durch die Planung der SuedLink-Trasse durch das Göttinger Stadtgebiet genau dann betroffen sind, wenn auch die Stadt Göttingen betroffen ist.
Hintergrund war die Vorstellung, dass die Verwaltung sich mit diesen Städten und Gemeinden verbündet, um die gemeinsamen Interessen bzgl. der Trassenführung zu verfolgen.

Oktober 2016

Die neue Trassenplanung veranlasste die BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen am 04.10.2016 ein Schreiben an Herrn OB Köhler zu verfassen, in dem auf die erneute immense Belastung für die Ortsteile sowie die möglichen Auswirkungen von Gleichstrom-Hochspannungstrassen auf die menschliche Gesundheit hingewiesen wurde.
Vom 04.10.2016 bis zum 29.11.2016 bestand die Möglichkeit, in einer öffentlichen Beteiligungsphase Einwendungen, Hinweise und Stellungnahmen zu der geplanten Trassenführung abzugeben.
In der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke am 20.10.2016 wurde von der Stadtverwaltung Göttingen ein mündlicher Sachstandsbericht präsentiert und anschließend diskutiert.
Bis auf den Vertreter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen waren sich alle anderen Fraktionen sowie die anwesenden Bürger einig, dass der Verlauf der Gleichstromtrasse SuedLink durch das Göttinger Stadtgebiet abgelehnt werden solle.
Am 24.10.2016 fand in der Mehrzweckhalle Grone das erste niedersächsische Info-Forum zum Projekt SuedLink statt, in dem die Öffentlichkeit die Möglichkeit hatte sich in Einzelgesprächen und Vorträgen über das Vorhaben zu informieren. Die von TenneT organisierte Veranstaltung war mit ca. 100 Bürgern, Politikern, Fernseh- und Pressevertretern gut besucht.
Am 31.10.2016 stimmte der Verwaltungsausschuss der Stadt Göttingen der Aufnahme
eines fraktionsübergreifenden Dringlichkeitsantrags zur Sitzung des Rates am 04.11.2016 zu. Gefordert wurde von den Ratsfrauen und Ratsherren des Göttinger Stadtrats: „Keine Bündelung der Trassen für 380‐kV‐ und 540‐kV‐Leitungen auf dem Göttinger Stadtgebiet“.

September 2016

Am 27.09.2016 präsentierte TenneT die Vorschläge zu potenziellen Trassenkorridoren, die jeweils eine Breite von 1.000 Metern haben. Zwei neue mögliche Hauptrouten wurden darin vorgeschlagen. Die erste Variante führte aus dem Bereich Nörten-Hardenberg kommend westlich an Göttingen, Rosdorf und Friedland vorbei und weiter in den Werra-Meißner-Kreis. In der zweiten Variante kam die Stromtrasse aus Katlenburg-Lindau und führte über Duderstadt nach Thüringen.suedl3 Im Bereich des Göttinger Stadtgebietes zeigte sich die Planung fast identisch mit der ursprünglichen Trassenführung der 380 kV-Trasse von Wahle nach Mecklar. Aus Richtung Norden kommend verlief der Korridor westlich von Elliehausen und östlich von Hetjershausen, kreuzte dann die Ortsteile Hetjershausen und Groß Ellershausen in Höhe der Mittelbergschule, der Kindertagesstätte, der Sportanlagen sowie eines Wohngebietes und führte dann westlich an Groß Ellershausen vorbei Richtung Süden zur Autobahn A7.suedl4

Juni 2016

Aus Anlass des gesetzlich vorgegebenen Erdkabelvorrangs bei der Trassenplanung des SuedLink-Vorhabens wurde am 21.06.2016 in Künzell/Fulda eine Fachkonferenz zum Bodenschutz mit Experten aus zahlreichen Arbeitsbereichen (TU Darmstadt, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Projektrealisierung, Umweltplanung, Netzbetreiber, Bundesnetzagentur, Rechtsanwaltsgesellschaft) durchgeführt. Das Thema dieser Konferenz lautete „Bodenschutz an HGÜ-Erdkabeltrassen“.

April 2016

Am 26.04.2016 veröffentlichte die Bundesnetzagentur die überarbeitete Fassung des Positionspapiers.

März 2016

Am 03.03.2016 diskutierte die Bundesnetzagentur in einer Methodenkonferenz in Bonn zahlreiche Aspekte des Positionspapiers mit der Öffentlichkeit.
In den folgenden Wochen wertete die Bundesnetzagentur alle Hinweise aus und überarbeitete das Papier.
Es wurde nun unter anderem deutlicher herausgestellt, welchen Stellenwert das im Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG, §5 Abs. 2) enthaltene Optimierungsgebot der Geradlinigkeit für eine Planung von Trassenkorridoren hat. Dazu wurden beispielhaft Kriterien genannt, die einer geradlinigen Verbindung entgegenstehen können.

Februar 2016

Im Februar 2016 erstellte die Bundesnetzagentur ein Positionspapier zu den rechtlichen und methodischen Anforderungen an die Anträge auf Bundesfachplanung nach § 6 NABEG sowie zu den Anforderungen an die Planung von Erdkabel-Vorhaben. Vom 22.02.2016 bis zum 18.03.2016 konnte die Öffentlichkeit Stellungnahmen zum ersten Entwurf des Positionspapiers abgeben.

Dezember 2015

Am 31.12.2015 trat das aktuelle Bundesbedarfsplangesetz in Kraft. Gegenüber der früheren Fassung vom Juli 2013 wurde die Liste der energiewirtschaftlichen Vorhaben aktualisiert. Darüber hinaus wurden auch die gesetzlichen Regelungen für den Einsatz von Erdkabeln geändert. Ziel der Neuregelungen war es, die Akzeptanz der Leitungsbauvorhaben vor Ort zu erhöhen und dadurch die Realisierung des Netzausbaus in Deutschland insgesamt zu beschleunigen. Durch die Neufassung des Gesetzes waren nun auch die Rahmenbedingungen für die Erdkabel-Verlegung geklärt und TenneT konnte mit der Planung der SuedLink-Trassenkorridore erneut beginnen.

September 2015

In der Ortsratssitzung des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren am 17.09.2015 nahm die Stadtverwaltung Göttingen Stellung zur Anregung des Ortsrates vom 24.03.2015, die in der Sitzung am 16.04.2015 verlesen worden war.
Aufgrund der Ereignisse im Juli 2015 sei keine Perspektive für die weitere Trassenplanung erkennbar.
Rahmenbedingungen und Details für eine Erdkabel-Verlegung stünden noch nicht fest. Insofern könne zum jetzigen Zeitpunkt nichts darüber mitgeteilt werden, wie die zukünftige Trassenplanung nach der politischen Grundsatzentscheidung aussehen werde. Es seien nach der politischen Entscheidungsfindung keine neuen Trassenplanungen an die Öffentlichkeit gelangt, da die Netzbetreiber noch auf die Bestimmungen zur Erdkabelanwendung warten müssten. Die Verwaltung werde die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und die Interessen der Bewohner Göttingens in allen Beteiligungsschritten vertreten.
Die Stellungnahme der Verwaltung wurde vom Ortsrat zur Kenntnis genommen.

Juli 2015

Am 01.07.2015 wurde nach einem Treffen der Großen Koalition bekannt gegeben, dass die Erdkabeltechnologie Vorrang gegenüber der Freileitung haben solle, um die Akzeptanz für den Bau von Stromtrassen in der Bevölkerung zu erhöhen. Das Hamelner Bündnis beteiligte sich an dem dafür nötigen Gesetzgebungsverfahren mit einem eigenen Gesetzentwurf .
Durch diese Vorgabe wurde eine vollständige Neubewertung der geplanten Trassenführungen notwendig mit erheblichen Auswirkungen auf Zeit- und Kostenplanungen. Die voraussichtliche Inbetriebnahme der Trasse wurde nun für das Jahr 2025 vorgesehen.
Für die Erstellung des neuen Antrages musste TenneT die bisherige Methodik überarbeiten. Vorrangiges Planungsziel der Gleichstrom-Erdkabel-Leitungen war nun die schnelle Realisierung einer möglichst geradlinigen, durchgehenden, umwelt- und raumverträglichen Leitung zwischen den Netzverknüpfungspunkten. Während dieses Prozesses gab es zwischen dem Hamelner Bündnis und TenneT einen fachlichen Austausch.

Mai 2015

Am 29.05.2015 erhielt die Stadt Göttingen das Antwortschreiben der Bundesnetzagentur, in dem hauptsächlich das Verfahren der Bundesfachplanung beschrieben wurde. Außerdem wurde der Stadt Göttingen mitgeteilt, man habe die Informationen aus dem Schreiben vom 17.04.2015 aufgenommen.
Diese würden bei der Erstellung des Untersuchungsrahmens mit bedacht. 

April 2015

In der Ortsratssitzung des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren am 16.04.2015 wurde die Verwaltung gebeten, sich bei der Bundesnetzagentur dafür einzusetzen, dass nach der Überarbeitung des Antrags nicht erneut eine Stromtrasse das Göttinger Stadtgebiet tangieren wird. Es käme zu einer Mehrfachbelastung des Göttinger Stadtgebietes durch Autobahn, ICE-Trasse, 380 kV-Trasse und SuedLink, die entschieden abzulehnen sei. Die Bundesnetzagentur hatte auf eine wünschenswerte Bündelung mit bereits bestehenden Infrastrukturen hingewiesen.
In einem Schreiben der Stadt Göttingen an die Bundesnetzagentur machte Stadtbaurat Thomas Dienberg am 17.04.2015 auf die besondere Situation der Stadt Göttingen aufmerksam. Schon jetzt gebe es eine Bündelung und damit eine Vorbelastung durch vorhandene technische Infrastruktur. Die Planung der 380 kV-Leitung von Wahle nach Mecklar habe ein hohes Konfliktpotenzial gezeigt. Eine weitere Bündelung sei der Bevölkerung nicht zu vermitteln. Der Wohnwert werde reduziert, die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt und die Naherholungsräume für die Bevölkerung eingeschränkt. Eine Nicht-Inanspruchnahme der Stadt solle vorrangig geprüft werden.
Am 20.04.2015 erhielt die BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen das Antwortschreiben von Herrn Oberbürgermeister Köhler. Zur Zeit gehe er nicht davon aus, dass die Variante „Mitte“ in der Überarbeitung des Antrags in Hinblick auf eine Realisierung überprüft werde und als ernstzunehmende Alternative in Frage komme. Gleichwohl habe er den derzeitigen Planungsstand zum Anlass genommen, um die Belange der Stadt Göttingen in einer Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur erneut darzulegen. Er werde das Verfahren weiter verfolgen, um ggf. die Interessen der Stadt bei einer Antragskonferenz zu vertreten.

Februar 2015

Am 17.02.2015 veröffentlichte die Bundesnetzagentur nach sorgfältiger Prüfung eine Stellungnahme, in der der Antrag stark kritisiert und eine umfassende Überarbeitung verlangt wurde. Es sei nicht nachvollziehbar, aufgrund welcher Belange Korridore für das Verfahren vorgeschlagen oder verworfen würden. Die Vorgehensweise bei der Prüfung von Trassenkorridoren und -alternativen sei zum Teil nicht vergleichbar. Eine wirkliche Alternative zur Vorzugsvariante sei nicht erkennbar. Die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde sehe sich nicht in der Lage, das Verfahren auf Basis dieses Antrages mit Antragskonferenzen fortzusetzen. Deshalb werde der Antrag zunächst zur Neu-/Überarbeitung zurückgewiesen. TenneT wurde aufgefordert, diesen zu überarbeiten. In den Medien wurde von einer „fachlichen Ohrfeige“ für TenneT gesprochen.
Am 24.02.2015 teilte die BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen Herrn Oberbürgermeister Köhler in einem Brief die Befürchtung mit, dass trotz der von TenneT favorisierten Variante „Mitte/West“ die Variante „Mitte“ realisiert werden könnte, die dann ebenso wie die Trasse „Wahle-Mecklar“ durch das Stadtgebiet von Göttingen führen würde. Nach ausführlicher Begründung der Befürchtung wurde die Bitte geäußert, dass die Stadt Göttingen sich frühzeitig mit den möglichen Trassenverläufen des Projekts SuedLink beschäftigen möge, um bereits die erneute Planung eines Trassengrobkorridors durch das Göttinger Stadtgebiet zu verhindern.
Am gleichen Tag fand in Kassel eine Fachkonferenz zum Thema „Technische und wirtschaftliche Fragen zum Einsatz von Erdkabeln bei HGÜ-Infrastrukturvorhaben“ statt, in der der aktuelle rechtliche und gesetzliche Rahmen für den Einsatz von Erdkabeln beleuchtet wurde. Darüber hinaus wurden die praktischen Einsatzmöglichkeiten dargestellt und Fragen nach Kosten und Wirtschaftlichkeit beantwortet. Ferner diskutierte man die Frage, ob Einschränkungen bei der späteren Nutzung und Bewirtschaftung von Flächen mit Erdkabeln zu erwarten seien.
Am Ende des Tages wurde nach zahlreichen Fachvorträgen das Fazit gezogen, dass eine weitgehende Erdverkabelung des SuedLink-Vorhabens technisch machbar sei.

Januar 2015

Maik Beermann, MdB für den Landkreis Schaumburg, wies in einer Stellungnahme zum Bau der Stromtrasse SuedLink darauf hin, dass auch bei der Bundesnetzagentur Fragen zum Antrag aufgetaucht seien. In einem persönlichen Gespräch mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur Jochen Homann habe dieser ihm erklärt, dass weiterhin auch die Variante „Mitte“ eine ernstzunehmende Alternative sei.

Dezember 2014

Am 12.12.2014 wurde von TenneT bei der Bundesnetzagentur der Antrag auf Bundesfachplanung gestellt. Eingereicht wurden die o. g. Varianten mit der Vorzugsvariante „Mitte/West“ und der besten Alternative, der Variante „Mitte“.
Am gleichen Tag unterschrieben die Vertreter von 17 Landkreisen in vier Bundesländern die „Hamelner Erklärung“. Das mittlerweile aus 22 Landkreisen bestehende Bündnis beauftragte Fachgutachter und Rechtsanwälte mit der Überprüfung des Antrages auf Bundesfachplanung. Diese fanden in sehr hohem Ausmaß kritische Punkte und zeigten damit einen intensiven und umfassenden Überarbeitungsbedarf.
Der Landkreis Göttingen beteiligte sich nicht an diesem Bündnis.

September 2014

Am 26.09.2014 veröffentlichte TenneT mögliche Trassenvarianten zu der im Februar vorgestellten Vorzugsvariante „Mitte/West“. Als Alternativen wurden die Varianten „West“, „Mitte“ und „Ost“ benannt.
Die Variante „Mitte“, die durch das Stadtgebiet Göttingen verlaufen würde, wurde von TenneT als zweitbeste Möglichkeit beurteilt, gleichzeitig aber aufgrund der Engstellen im Bereich Werratal und Niederkaufungen wieder ausgeschlossen.suedl2

Februar 2014

Am 05.02.2014 schlugen die beiden Betreiberfirmen einen Vorzugstrassenkorridor für die Trasse von Wilster nach Grafenrheinfeld vor. Hiernach verläuft die Trasse westlich von Kassel und würde das Göttinger Stadtgebiet nicht tangieren. Insbesondere in Bayern sind die Pläne, nicht zuletzt wegen der 70 m hohen Strommasten, jedoch extrem umstritten. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will die Planungen neu justieren.
In der Ortsratssitzung des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren am 13.02.2014 wird die Verwaltung gebeten, bei der Firma TenneT sicherzustellen, dass nach Beendigung des Abstimmungsprozesses mit der Bundesnetzagentur über die Methode zur Korridorfindung der HGÜ-Trassen die Stadt Göttingen zeitnah informiert wird, falls das Leinetal und damit das Stadtgebiet Göttingen wiederum betroffen sein sollte. 

November 2013

Die Anfrage des Ortsrats wird am 04.11.2013 von der Stadtverwaltung an TenneT per Mail weitergeleitet.
Am 13.11.2013 wird das Schreiben von TenneT dahingehend beantwortet, dass man sich gemeinsam mit der Bundesnetzagentur erst in Abstimmung über die Methode zur Korridorfindung befinde. Eine Aussage zu den Trassenkorridoren könne deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden.
In einer Bürgerinformationsveranstaltung im vollbesetztem Sporthaus Groß Ellershausen/Hetjershausen informiert die BI Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen am 19.11.2013 die Bewohner der Ortsteile sowie alle Interessierten u. a. über den bisherigen Planungsstand bei der HGÜ-Verbindung SuedLink.

Oktober 2013

Am 24.10.2013 erfolgte der Startschuss für die ca. 800 km lange Hochspannungs-Gleichstrom-Trasse SuedLink, die aus den zwei Verbindungen Wilster – Grafenrheinfeld und Brunsbüttel – Großgartach besteht und als Freileitung geplant wird.
SuedLink ist ausschließlich für den Stromtransport vom Norden in den Süden und umgekehrt vorgesehen.
Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Netzbetreiber TenneT GmbH/Bayreuth und TransnetBW GmbH/Stuttgart. Wenn im Jahr 2022 die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden, soll nach der Planung das Projekt SuedLink abgeschlossen sein.
In einem Schreiben vom 23.10.2013 bittet der Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren die Stadtverwaltung Göttingen, beim Netzbetreiber TenneT Informationen über den geplanten Trassenverlauf einzuholen. 

Juni 2013

Nach einer Karte in der Frankfurter Rundschau vom 03.06.2013 führt eine Trasse (Korridor C) durch das Leinetal an Göttingen vorbei von Brunsbüttel nach Großgartach. suedl1

April 2013

In einem Schreiben vom 29.04.2013 sprach sich die Stadt Göttingen im Rahmen der Beteiligung zum Netzentwicklungsplan 2013 gegen die Planung eines Trassenkorridors aus, der Göttingen nach dem Bau der 380 kV-Trasse Wahle – Mecklar ein weiteres Mal tangiert.

Unter dem Namen „SuedLink“ wurden 2013 zwei HGÜ-Verbindungen in den Bundesbedarfsplan aufgenommen, der vom Bundesrat und Bundestag im Juli 2013 genehmigt wurde.
Die Leitung „SuedLink“ firmierte bisher unter dem Arbeitstitel „Korridor C“.