In der politischen Diskussion wird derzeit wieder der Fokus auf den Wald gelegt. So behauptete z.B. Herr Trittin (MdB) im Mai 2019 bei einem Treffen mit Ortsrat und Anwohnern von Hetjershausen zum Verlauf des SuedLinks, der westlich von Hetjershausen gelegene Wald sei eine Plantage. Aber auch der durch Medienauftritte und Bücher bekannte Autor Peter Wohlleben erklärte im September 2019 in einem GT Interview, in Deutschland würden Plantagenwälder sterben. (Wie sieht der ideale Wald aus, Peter Wohlleben? Göttinger Tageblatt, Sonnabend, 24. August 2019, S. 35).

Dieses Interview veranlasste die drei Göttinger Professoren Prof. Dr. Dres. h. c. Martin Thren, (Professur für Forstpolitik, Forstgeschichte und Waldbau), Prof. Dr. Holger Militz, (Professur für Holzbiologie und Holzprodukte) und Prof. Dr. Wolfgang Rohe, (Professur für Umweltplanung) in einem gemeinsamen Leserbrief zu den Aussagen von Herrn Wohlfahrt Stellung zu nehmen (Fachleute mit fundierter praktisch-wissenschaftlicher Ausbildung sollten sich der Wahrheit verpflichtet fühlen. Göttinger Tageblatt, Donnerstag, 5. September 2019, Leserforum, S.11): „In der Forstwirtschaft sind Plantagenwälder charakterisiert durch eine Baumart (Monokulturen), sehr große Flächen, Gleichaltrigkeit und Kahlschläge über hunderte von Hektaren. Solche Flächen haben die Unterzeichner beispielhaft kennengelernt in Argentinien, Chile, Neuseeland, Südafrika, Australien und Uruguay. Baumarten: Schnellwachsende Kiefernarten aus Nord- und Mittelamerika, Eukalypten aus Australien und andere. Die Ernte erfolgt im Kahlschlag nach acht bis zwanzig Jahren Umtriebszeit auf Schlägen bis zu 1000 Hektar in einem Jahr, anschließend mechanischer Flächenräumung und Pestizideinsatz vor der Wiederaufforstung. Diese Nutzungsform existiert bei uns nicht. Deshalb kann man nicht von Plantagenwäldern in Deutschland sprechen.“GettyImages 168778460

Beispiel einer Plantage in Neuseeland

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Beispiel mechanische Flächenräumung einer Plantage

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Gegenteil einer Plantage: der Bestandswald im Westen von Göttingen

Der uns umgebende Wald ist also mitnichten eine Plantage, sondern ein deutscher Bestandswald. Er dient, wie im Leserbrief der Göttinger Professoren ebenfalls ausgeführt wird, als wichtiger CO2 Speicher und zur Erholung der Bürger. Er verbessert darüber hinaus das Mikroklima positiv in heißen Sommern und ist für Insekten, Vögel und Säugetiere ein wichtiger Lebensraum. Es ist irreführend und grundlegend falsch, den Wald in der Umgebung von Göttingen zur Plantage zu erklären, um so den Weg frei zu machen, um ihn mit autobahnbreiten Schneisen zu unterteilen und darin Windkraftanlagen zu errichten.

Erschreckende Bilanz anderer Bundesländer

Schon die bis 2019 in Bundesländern wie Rheinland-Pfalz oder Hessen (Bundesländer, in denen der Wald von deren Landesregierungen, anders als in Niedersachsen, zur Bebauung frei gegeben wurde) verursachten Schäden sind gewaltig. Auf Anfrage teilte das BMWi mit, dass bundesweit in den vergangenen 10 Jahren 1.400 Hektar Wald für den Bau von 2.000 WKA gerodet wurden (Focus 48/2019 vom 23.11.2019, S.20). Auf einer Fläche von 2.000 Fußballfeldern wurde demnach gesunder Wald abgeholzt und durch Windräder und Zuwege dauerhaft überbaut.