Landschaftsschutzgebiet

Die Stadt Göttingen ist umgeben vom Landschaftsschutzgebiet „Leinetal“. Dieses Landschaftsschutzgebiet zu erhalten, ist ein wichtiges Ziel unserer Bürgerinitiative. Daher befasst sich der Arbeitskreis seit Gründung der Bürgerinitiative im Jahr 2012 mit Schutzmaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet und damit verbunden mit allen möglichen Aktivitäten zur Erhaltung von Flora und Fauna. Dies schließt die Beobachtung und Meldung geschützter Vogelarten genauso ein wie die Betreuung von Falkennistkästen, den Fledermausschutz,den Waldschutz und vieles mehr.

Wir haben 2013 erfolgreich eine Petition zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes beim Landtag in Hannover eingereicht und im Jahr 2019 ein Gutachten über die besondere Bedeutung einzelner Bäume in unseren Ortsteilen erstellen lassen.

Uwe Scheibler, Diplomingenieur, Landschaftsplaner und Umweltberater, zweiter Vorsitzender bei Stadt und Planung Göttingen e.V., ist profunder Kenner der regionalen geografischen Besonderheiten, insbesondere des Landschaftsschutzgebietes Leinetal. Daher hat die Bürgerinitiative Gegenwind ihn um einen Vortrag zu dieser Thematik gebeten. Von verschiedenen Seiten werden aktuell Ansprüche an das Landschaftsschutzgebiet Leinetal (LSG Leinetal) gestellt, welche den Bestand und die essentiellen Funktionen gefährden. Im Vortrag werden durch eine Betrachtung vom globalen bis regionalen Rahmen die Bedeutung des LSG dargestellt und die Bedrohungsfaktoren aufgelistet. Anschließend werden Möglichkeiten einer nachhaltigen Regionalentwicklung aufgezeigt.

Der spannende Abendvortrag nahm die Zuhörer mit in den Kosmos, von dort zurück zu unserer Erde und deren Zustand, um sich dann dem Landschaftsschutzgebiet zuzuwenden. Mehr mit einem Klick.

In der gut besuchten Kirche St. Marien in Hetjershausen fand am Abend des 30.10.2016 ein Gottesdienst der besonderen Art statt. Zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ zeigte die Bürgerinitiative Gegenwind viele – teilweise aus der Broschüre „Schöne Landschaft“ bekannte – Landschaftsbilder und Fotografien von Robert Seidemann im Großformat im Rahmen eines Gottesdienstes.

Die Stadt Göttingen hat ein Gutachten erstellen lassen, welches zur partiellen Aushebelung der Landschaftsschutzverordnung Leinetal dienen soll. Das Gutachten schildert in weiten Teilen nichts weiter als die bekannten Rahmenbedingungen für den Bau von Windkraftanlagen. In diesem Gutachten weist Frau Prof. Dr. Oestreich aber auch immer wieder darauf hin, dass bei der Ausweisung von Konzentrationszonen für Windenergie im Flächennutzungsplan die Belange der Erholung und die optische Bedrängungswirkung besonders in die Abwägung einzustellen sind und für den Betrieb von Windenergieanlagen kritische Inhalte bilden (S. 27, S. 43, §2 Abs. 2 Nr. 7 LSV „Leinetal“). Sie bezeichnet die „Erhaltung des Landschaftsbilds als Grundlage für die Erholung des Menschen“ sogar als das größte Problem im Hinblick auf den mit der LSV „Leinetal“ angestrebten besonderen Schutzzweck (S.45).

"Wir wenden uns an unsere Vertreter und Vertreterinnen im Landtag von Niedersachsen mit dem Anliegen, uns zu unterstützen, die geltende Landschaftsschutzgebietsverordnung „Leinetal“ der Stadt Göttingen zu erhalten.
Wir sind eine Bürgerinitiative, deren Anliegen in völliger Übereinstimmung mit den Ortsratsmitgliedern unserer Heimatgemeinden Hetjershausen und Groß Ellershausen (Ortsteile der Stadt Göttingen) steht und die nach zahlreich durchgeführten Bürgerversammlungen in unseren Gemeinden auch behaupten darf, wohl im Namen nahezu aller Bürger unserer Gemeinden zu sprechen." So beginnt die Petition, die an den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages in Hannover gerichtet wurde. Wir möchten um Unterstützung für den Erhalt der jetztigen Landschaftsschutzgebietsverordnung bitten, damit es auch zukünftig nicht möglich sein kann, Windkraftanlagen von monströsem Ausmaß in Landschaftsschutzgebieten zu bauen. Hier der vollständige Text der Petition.

Die Umgebung Göttingens gehört zu einem sehr großen Teil in das Landschaftsschutzgebiet "Leinetal". Auch die Fläche, die die Stadt als Vorranggebiet für Windkraftanlagen vorsehen möchte, gehört in das LSG. Was in einem LSG an Veränderungen vorgenommen werden darf und was verboten ist, wird in der "VERORDNUNG ÜBER DAS LANDSCHAFTSSCHUTZGEBIET ”LEINETAL” FÜR DIE STADT GÖTTINGEN" vom 14. Februar 2000 genau geregelt.

Diese Verordnung wurde in der Ratssitzung am 12.Mai 2017 durch einen knappen Mehrheitsbeschluss aufgehoben und durch einen neuen Flächennutzungsplan (FNP), den Landschaftsplan (LP) sowie eine geänderte Landschaftsschutzgebietsverordnung ersetzt.

In der Begründung wird eine Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen im Stadtgebiet ausgeschlossen, da nahezu alle Flächen, die die Schutzabstände zu Siedlungen einhalten, innerhalb von Schutzgebieten liegen. Damit fallen sie nach aktuellem Recht unter ein Bauverbot.
In einem Landschaftsschutzgebiet ist die Errichtung von Windkraftanlagen nicht zulässig.