Landschaftsschutzgebiet

Die Stadt Göttingen ist umgeben vom Landschaftsschutzgebiet „Leinetal“. Dieses Landschaftsschutzgebiet zu erhalten, ist ein wichtiges Ziel unserer Bürgerinitiative. Daher befasst sich der Arbeitskreis seit Gründung der Bürgerinitiative im Jahr 2012 mit Schutzmaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet und damit verbunden mit allen möglichen Aktivitäten zur Erhaltung von Flora und Fauna. Dies schließt die Beobachtung und Meldung geschützter Vogelarten genauso ein wie die Betreuung von Falkennistkästen, den Fledermausschutz,den Waldschutz und vieles mehr.

Wir haben 2013 erfolgreich eine Petition zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes beim Landtag in Hannover eingereicht und im Jahr 2019 ein Gutachten über die besondere Bedeutung einzelner Bäume in unseren Ortsteilen erstellen lassen.

Im Jahr 2002 erließ die Europäische Union die „Umgebungslärmrichtlinie“. Die Richtlinie soll wie das Bundesimmissionsschutzgesetz nicht nur eine Reduzierung des Umgebungslärms durch Fahr-und Flugzeuge, Maschinen und Geräte erreichen, sondern gleichzeitig den Schutz und die Erhaltung ruhiger Gebiete fördern. Dazu werden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, in einem vorgegebenen Zeitrahmen strategische Lärmkarten zu erstellen, die Öffentlichkeit über Schallbelastungen zu informieren, Lärmaktionspläne zu erstellen und die EU-Kommission darüber zu informieren.

Für die Stadt Göttingen stand nun die Fortschreibung des im Jahr 2015 aufgestellten Lärmaktionsplans an.
Damals wurde bei der Vorstellung des ersten Entwurfs des Lärmaktionsplans im November 2012 die Fläche nördlich der B3 im Westen von Hetjershausen bis zum Groner Holz und Knutbührener Weg zwar zunächst als potentiell ruhiges Gebiet ausgewiesen. Leider wurde diese Ausweisung aber im Laufe der folgenden Monate auf Anweisung der Stadtverwaltung rückgängig gemacht. Im April 2013 bestätigte das Kartierungsbüro, dass es im Vorfeld der Festlegung von ruhigen Gebieten eine Maßgabe der Verwaltung gegeben habe, die damals zur Diskussion stehenden Vorrangflächen für Windenergieanlagen hiervon auszunehmen. Im Dezember 2014 verabschiedete der Rat der Stadt Göttingen mit großer Mehrheit den entsprechenden Entwurf mit dem Hinweis, dass sich „infolge planungsrechtlicher Änderungen Anpassungen ergeben können“. Tatsächlich stellte sich bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans 2017 nach ausführlicher Prüfung heraus, dass Gründe vorliegen, Windenergieanlagen in diesem Gebiet sowie im gesamten Stadtgebiet Göttingens auszuschließen.

Da der Lärmaktionsplan alle fünf Jahre fortgesetzt werden muss, stellte das Kartierungsbüro im September 2020 erneut einen Entwurf vor, in dem die entsprechenden Flächen wieder nicht als Ruhegebiete ausgewiesen waren.
Im Rahmen der damit verbundenen Öffentlichkeitsbeteiligung forderten viele Stellungnehmer die Berücksichtigung dieser Fläche vor dem Groner Holz als Ruhegebiet aufgrund des 2017 beschlossenen Flächennutzungsplans, da die ehemals potentiellen Windenergiestandorte entfallen sind. Im Dezember 2020 wurde diese Forderung im Lärmaktionsplan umgesetzt und vom Rat der Stadt Göttingen verabschiedet.

Für unsere Ortsteile bedeutet diese Maßnahme eine Aufwertung im Bereich Naherholung.

Ein Dank an alle, die mit ihren Hinweisen dazu beigetragen haben, dass diese Gebiete und Erholungsflächen angrenzend an unsere Ortsteile nun als Ruhegebiete ausgewiesen sind.

 

In der politischen Diskussion wird derzeit wieder der Fokus auf den Wald gelegt. So behauptete z.B. Herr Trittin (MdB) im Mai 2019 bei einem Treffen mit Ortsrat und Anwohnern von Hetjershausen zum Verlauf des SuedLinks, der westlich von Hetjershausen gelegene Wald sei eine Plantage. Aber auch der durch Medienauftritte und Bücher bekannte Autor Peter Wohlleben erklärte im September 2019 in einem GT Interview, in Deutschland würden Plantagenwälder sterben. (Wie sieht der ideale Wald aus, Peter Wohlleben? Göttinger Tageblatt, Sonnabend, 24. August 2019, S. 35).

Uwe Scheibler, Diplomingenieur, Landschaftsplaner und Umweltberater, zweiter Vorsitzender bei Stadt und Planung Göttingen e.V., ist profunder Kenner der regionalen geografischen Besonderheiten, insbesondere des Landschaftsschutzgebietes Leinetal. Daher hat die Bürgerinitiative Gegenwind ihn um einen Vortrag zu dieser Thematik gebeten. Von verschiedenen Seiten werden aktuell Ansprüche an das Landschaftsschutzgebiet Leinetal (LSG Leinetal) gestellt, welche den Bestand und die essentiellen Funktionen gefährden. Im Vortrag werden durch eine Betrachtung vom globalen bis regionalen Rahmen die Bedeutung des LSG dargestellt und die Bedrohungsfaktoren aufgelistet. Anschließend werden Möglichkeiten einer nachhaltigen Regionalentwicklung aufgezeigt.

Der spannende Abendvortrag nahm die Zuhörer mit in den Kosmos, von dort zurück zu unserer Erde und deren Zustand, um sich dann dem Landschaftsschutzgebiet zuzuwenden. Mehr mit einem Klick.

In der gut besuchten Kirche St. Marien in Hetjershausen fand am Abend des 30.10.2016 ein Gottesdienst der besonderen Art statt. Zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ zeigte die Bürgerinitiative Gegenwind viele – teilweise aus der Broschüre „Schöne Landschaft“ bekannte – Landschaftsbilder und Fotografien von Robert Seidemann im Großformat im Rahmen eines Gottesdienstes.IMG 4474 500

Die Stadt Göttingen hat ein Gutachten erstellen lassen, welches zur partiellen Aushebelung der Landschaftsschutzverordnung Leinetal dienen soll. Das Gutachten schildert in weiten Teilen nichts weiter als die bekannten Rahmenbedingungen für den Bau von Windkraftanlagen. In diesem Gutachten weist Frau Prof. Dr. Oestreich aber auch immer wieder darauf hin, dass bei der Ausweisung von Konzentrationszonen für Windenergie im Flächennutzungsplan die Belange der Erholung und die optische Bedrängungswirkung besonders in die Abwägung einzustellen sind und für den Betrieb von Windenergieanlagen kritische Inhalte bilden (S. 27, S. 43, §2 Abs. 2 Nr. 7 LSV „Leinetal“). Sie bezeichnet die „Erhaltung des Landschaftsbilds als Grundlage für die Erholung des Menschen“ sogar als das größte Problem im Hinblick auf den mit der LSV „Leinetal“ angestrebten besonderen Schutzzweck (S.45).

"Wir wenden uns an unsere Vertreter und Vertreterinnen im Landtag von Niedersachsen mit dem Anliegen, uns zu unterstützen, die geltende Landschaftsschutzgebietsverordnung „Leinetal“ der Stadt Göttingen zu erhalten.
Wir sind eine Bürgerinitiative, deren Anliegen in völliger Übereinstimmung mit den Ortsratsmitgliedern unserer Heimatgemeinden Hetjershausen und Groß Ellershausen (Ortsteile der Stadt Göttingen) steht und die nach zahlreich durchgeführten Bürgerversammlungen in unseren Gemeinden auch behaupten darf, wohl im Namen nahezu aller Bürger unserer Gemeinden zu sprechen." So beginnt die Petition, die an den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages in Hannover gerichtet wurde. Wir möchten um Unterstützung für den Erhalt der jetztigen Landschaftsschutzgebietsverordnung bitten, damit es auch zukünftig nicht möglich sein kann, Windkraftanlagen von monströsem Ausmaß in Landschaftsschutzgebieten zu bauen. Hier der vollständige Text der Petition.